Temporäre Partition (ID44)

Im Prinzip können alle bwLehrpool-Clients ohne Festplatte gebootet und verwendet werden. Da die Virtuellen Maschinen über Netzwerk lediglich mit Lesezugriff eingebunden werden, müssen alle Schreibzugriffe innerhalb der gebooteten VM umgeleitet werden. Standardmäßig wird dazu ein Teil des Arbeitsspeichers verwendet. Dies geht jedoch auf Kosten des verfügbaren Arbeitsspeichers für die VM; außerdem besteht die Möglichkeit, dass die VM einfriert, sobald der reservierte Arbeitsspeicherbereich vollläuft.

Temporäre Partitionen dienen zur Ablage eines temporären Dateisystems. Sie werden automatisch erkannt und unter /tmp eingebunden. Bei Vorhandensein dieser als temporäre Partitionen erkannten Partitionstypen steht mehr RAM für Virtuelle Maschinen zur Verfügung, da weniger RAM für temporäre Zwecke vorgehalten werden muß. Die Anlage einer solchen Partition ist optional; das System ist auch in ihrer Abwesenheit lauffähig.

Partitionsstil und automatische Erkennung

bwLehrpool unterstützt sowohl mit MBR als auch mit GPT1) formatierte Festplatten. Damit lokale Installationen oder weitere Partitionen auf den Poolrechnern nicht verändert oder zerstört werden, prüft bwLehrpool die Partitions-ID bzw. das Label. Wird ein für bwLehrpool entsprechend vorgesehener Wert gefunden, wird die Partition automatisch eingebunden, formatiert und als temporärer Speicher verwendet.

  • Wird MBR verwendet, muss die temporäre Partition die Partitions-ID 44(hex) besitzen.
  • Wird GPT verwendet, muss die temporäre Partition das Label 'OpenSLX-ID44' tragen.

Größe der Partitionen

Es wird empfohlen, mindestens 20 GB als Partitionsgröße zu wählen. Eine optimale Größe läge bei ca. 50 GB oder, noch besser, so groß wie das größte jeweils in Verwendung befindliche virtuelle Abbild.

RAM-Voreinstellungen

Das bwLehpool Grundsystem entscheidet wie viel RAM einer VM zugewiesen wird. Die Einstellungen des Erstellers einer VM innerhalb des VMWare Players bzw. in der zugehörigen '.vmx' haben keinen Einfluss. Die Höchstgrenze an RAM, der einer Virtuellen Maschine zugewiesen werden kann hängt vom Betriebssystemtyp und dem innerhalb des Poolsystems verwendeten Virtualisierer ab. Beispielsweise liegt unter VMWare bei MS-DOS beinhaltenden Virtuellen Maschinen die Höchstgrenze bei 128 MB oder für Windows Vista bei 8000 MB.

VMWare

Eine weitere Höchstgrenze des maximalen, einer VM zugeordneten RAM-Speichers tritt in Kraft, wenn die einer vmdk-Datei entnommene Hardwareversion 7 oder geringer ist; in diesem Falle wird die Höchstgrenze des zugeordneten Speichers auf 3500 MB festgelegt.

Virtual Box

Durch den bisher geringen Einsatz von Virtual Box als Virtualisierungslösung sind die für Virtual Box festgelegten Höchstgrenzen weniger aufgefächert bzw. etwas liberaler.

Speicherberechnung

Der beim Rechnerstart abgelegte Wert des System-RAMs (totalmem) wird ausgelesen und für weitere Berechnungen genutzt. Hiervon wird eine Reserve für das Basissystem zurückgehalten und der Restspeicher Virtuellen Maschinen zur Verfügung gestellt.

  • Ohne temp. Partition werden 65% (maximal 8192 MB) des verfügbaren RAMs für das Hostsystem reserviert
  • Mit temp. Partition werden 21% (maximal 1800 MB) des verfügbaren RAMs für das Hostsystem reserviert
  • Mit temp. Partition und nVidia Grafikkarte werden 28% (maximal 2800 MB) des verfügbaren RAMs für das Hostsystem reserviert
  • Unabhängig davon werden immer mindestens 1024 MB für das Hostsystem reserviert

Der restliche Arbeitsspeicher steht anschließend der Virtuellen Maschine zur Verfügung. Mit einer eingerichteten ID44-Partition steht dem Nutzer somit signifikant mehr Arbeitsspeicher für seine Anwendungen zur Verfügung.

Beispiel (Client mit 8GB RAM)

lokale Installation bwLehrpool mit ID44 bwLehrpool ohne ID44
Dem Nutzer zur Verfügung stehender RAM 8GB ~6,5GB ~2,8GB

Einschränkung

Beim derzeitigen Entwicklungsstand wird die Größe der Partition an sich nicht in Speicherberechnungen einbezogen. Es ist daher nicht unbedingt ratsam, mit dem für diese Partition alloziierten Platz allzusehr zu geizen; eine Mindestgröße von 15-20 GB sollte daher nicht unbedingt unterschritten werden.

Überprüfung ob die Partition korrekt erkannt wurde

Starten Sie einen Client und booten bwLehrpool. Wird keine ID44-Partition erkannt, wird eine Warnmeldung auf der Loginmaske angezeigt. Ohne diese Meldung können Sie davon ausgehen, dass die Partition erkannt und verwendet wird. Vergleichen Sie dazu bitte die unten dargestellten Grafiken.

ID44 verfügbar und wird verwendet
ID44 nicht verfügbar

Alternativ können Sie auch auf ein anderes Terminal wechseln (Ctrl+Shift+F1) und die Ausgabe unter 'Temporary directory' überprüfen.

ID44 verfügbar und wird verwendet
ID44 nicht verfügbar

Anlegen einer ID44-Partition

Festplattenpartitionierung ist ein heikles Thema, da bei falscher Nutzung der nötigen Werkzeuge vorhandene Daten unwiederbringlich verloren gehen können. Vergewissern Sie sich daher im Vorhinein, dass Sie genau wissen was Sie tun und keine wichtigen oder weiterhin benötigten Daten auf der Festplatte liegen.

Damit bwLehrpool die temporäre Partition erkennt, muss auf der zu verwendenden Partition lediglich die vorgebene ID (44) bzw. das vorgegebene Label (OpenSLX-ID44) gesetzt sein. Ein Dateisystem ist nicht nötig und wird von bwLehrpool während des Bootvorgangs automatisch erstellt.

Um Festplatten zu partitionieren gibt es unterschiedliche Werkzeuge mit teilweise unterschiedlichem Funktionsumfang. Zu beachten ist, dass nicht alle Tools mit MBR bzw. GPT umgehen können. Unter Linux empfehlen wir 'fdisk' für MBR- bzw. 'gdisk' für GPT-Partitionen.

Die Durchführung der nachfolgenden Beschreibung erfolgt auf eigene Gefahr. Die gezeigten Beispiele löschen die gesamte Partitionstabelle und machen vorhandene Daten unbrauchbar! Alle bestehenden Partitionen sind anschließend gelöscht. Es wird davon ausgegangen, dass nur eine Festplatte vorhanden ist und diese komplett für bwLehrpool genutzt werden kann. Sollten weitere Partitionen nötig oder wichtige Daten vorhanden sein, müssen Sie die Befehle ggf. anpassen oder andere Tools verwenden!

MBR

Um eine Festplatte im MBR Partitionsstil zu partitionieren, können beispielsweise das von Windows bekannte 'diskpart' oder unter Linux 'fdisk' genutzt werden. Um Partitionierungsaufgaben zu automatisieren bietet sich 'sfdisk' an. Folgender Befehl überschreibt eine vorhandene Partitionstabelle und legt eine Partition mit der ID 44 an.

Anleitung (Ausklappen)

GPT

Um eine Festplatte mit GPT zu partitionieren, empfehlen wir die Verwendung von 'gdisk' bzw. 'sgdisk'. Mit diesen Linux-Tools lässt sich das für bwLehrpool benötigte Label setzen. Leider unterstützt 'diskpart' im Fall von GPT nur die Vergabe von eindeutigen GUIDs, nicht jedoch beliebige Zeichenketten. Aus diesem Grunde kann 'diskpart' zum Anlegen einer ID44-Partition mit GPT derzeit nicht verwendet werden.

Anleitung (Ausklappen)

1)
GPT wird ab MiniLinux 14 vom 24.11.2016 unterstützt
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